Google & Wolfgang Schäuble.
Hallo, liebe Freunde des geschriebenen Wortes,
heute möchte ich mich einmal mehr einer gesellschaftlichen Angelegenheit zuwenden.
Ihr kennt sicher alle die Suchmaschine Google, die 1998 von zwei Studenten gegründet wurde und inzwischen Suchmonopolist ist. Wir haben ja alle schon immer Angst gehabt, sie würden ihr Monopol irgendwannschamlos ausnutzen – peu à peu haben sie das ja schon immer gesteigert, zunächst die eindeutigen Cookies, dann Google Analytics, und so fort. Aber naja, sie haben ja immer gesagt: »We’re not evil!«. Jedes Mal hat man sich gedacht: »Yes, you are.«.
Heute haben sie noch einen Schritt in die Richtung getan: Es scheint sich SearchWiki oder so ähnlich zu nennen und bietet für den unbedarften Nutzer die Funktionen, Suchergebnisse als gut oder schlecht zu bewerten sowie Kommentare dazu zu speichern. Die Voraussetzung ist natürlich ein Google-Account.
Das ist aus datenschützerischen Gründen schonmal nicht so gut, denn Google speichert dann natürlich (und logischerweise) im Zusammenhang mit deinem Google-Benutzernamen und deiner IP-Adresse (ist ja bekannt), wie du über welches Suchergebnis (welche Seite) im Zusammenhang mit welchem Begriff denkst. Bewertest du zum Beispiel den Wikipedia-Artikel zu Tomaten beim Suchbegriff »Gurken« negativ, so weiß Google, dass du keine Tomaten magst.
Was allerdings noch viel schlimmer ist: Google (zur Zeit nur die englische Seite) ersetzt die Links zu den Suchergebnissen zu Links der Form
http://www.google.com/url?sa=U&start=1&q=http://ziellink.com/&usg=eine-ID
- hierdurch werden alle angeklickten Suchergebnisse erstmal über Google geleitet, die speichern, wo du hingeklickt hast und danach erst dich weiterleiten (Siehe Screenshot). Das tun sie glücklicherweise (bis jetzt) nur, wenn man bei Google angemeldet ist. Daher hab ich jetzt meine Browser angewiesen, keine Cookies von *.google.com mehr zu akzeptieren, außerdem verwende ich Dienste wie iGoogle jetzt nicht mehr. Es gibt ja glücklicherweise Alternativen.
Mein Fazit: Google is evil. Aber das wussten wir ja schon. Irgendwie finde ich aber, das hier sprengt das Fass und bringt den Rahmen zum Überlaufen.
So long, Jannis.
Nachtrag: ich habe inzwischen bemerkt, dass Google das auch schon vorher per JavaScript gemacht hat (was nicht so auffällig ist). Jedoch wäre man da zumindest beim Abschalten von JavaScript sicher gewesen.

Leave a Reply (Some HTML allowed).